Donnerstag, 30. August 2007

Tykwer dreht wieder in Berlin

 
Tom Tykwer wird im September wieder an Berliner Schauplätzen drehen. "The International" heißt das neue Projekt und ist eine Koproduktion von Sony Pictures, Studio Babelsberg und X-Filme. Der Thriller wartet mit einer Starbesetzung auf: Clive Owen, Naomi Watts und Armin Mueller-Stahl sind als Darsteller bereits bekannt. Viel mehr ist über die Produktion allerdings noch nicht zu erfahren. Doch das wird sich bald ändern: Zum Beginn der Dreharbeiten Mitte September soll es nach Angaben von Sony Pictures auch einen Pressetermin geben.

Sonntag, 19. August 2007

Lesetipp (mehr)

So, nun ist die Tagesspiegel-Serie mit dem abgekupferten Namen "Drehort Berlin" abgeschlossen und ich liefere hier die vier noch ausstehenden Links zum Nachlesen:

Montag, 13. August 2007

Dreharbeiten RAF-Film


So sehen sie aus: die Schauspieler Moritz Bleibtreu und Martina Gedeck als Andreas Baader und Ulrike Meinhof. Für sie gab es am vergangenen Wochenende allerdings noch keine Arbeit, denn die Szenen, die in Berlin für den Film "Der Baader-Meinhof-Komplex" gedreht wurden, kamen vorerst ohne die Stars aus. Ein markanter Berliner Schauplatz ist aber bereits auf Zelluloid gebannt: Die Deutsche Oper Berlin. Auch wenn sie heute etwas abgeschieden in der Charlottenburger Bismarckstraße liegt, so hat sie sich doch in das Gedächtnis der Deutschen eingebrannt. Denn als hier 1967 der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wurde, formierte sich eine bundesweite Protestbewegung, die später als die "68er-Generation" bezeichnet wurde. Der 2. Juni 1967, der am Wochenende in Berlin filmisch nachgestellt wurde, war gleichzeitig ein entscheidendes Datum für die Rote Armee Fraktion (RAF), deren bekannteste Figuren nun Bleibtreu und Gedeck mimen. Die Dreharbeiten für den Film nach dem gleichnamigen Buch von Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust sollen noch bis Ende November in Berlin, München und Marokko laufen. Ins Kino kommt "Der Baader-Meinhof-Komplex" als Produktion der Constantin Film AG erst im Herbst 2008.

Samstag, 11. August 2007

Presseschau

Und wieder einmal "Drei auf einen Streich": Auch das Fachmagazin epd Film hat sich der drei jüngst erschienen Bücher über die Filmstadt Berlin angenommen. Natürlich schneidet "Drehort Berlin" gut ab ;-) Aber auch die Kritik zu den beiden Konkurrenzbüchern will ich nicht verheimlichen. Daher gibt es den Artikel als JPG-Datei hier.

Donnerstag, 9. August 2007

Lesetipp

Eigentlich gilt: Wo "Drehort Berlin" drauf steht, da ist etwas drin, das ich geschrieben habe. Naja, eigentlich. Da der Titelschutz nur für Bücher gilt, konnte der Berliner Tagesspiegel problemlos "Drehort berlin" als Titel für eine Sommerserie benutzen. Und die dreht sich genau darum, den Drehort Berlin im Wandel der Zeit. Die Texte sind natürlich viel knapper als im Buch, die Gliederung ist komplett anders (thematisch geordnet)und es stehen eher große Fotos im Vordergrund. Guter Lese- und Recherchestoff ist es aber allemal! Daher hier die Links zu den bereits erschienen Teilen:


Die drei letzten Teile erscheinen am Fr., 10.08; Di., 14.08. und Fr., 17.08.. Besonders das letzte Datum sollte man sich merken, denn da gibt es "Drehort Berlin" zu gewinnen. Und diesmal ist mein Buch damit gemeint!

Mittwoch, 4. Juli 2007

Cruise & Stauffenberg

„Tom Cruise möchte die Geschichte des Hitler-Attentäters Stauffenberg in Berlin drehen.“ Mit solch einer harmlosen Meldung fing das an, was mittlerweile nur noch als Posse bezeichnet werden kann: Der Streit um mögliche Drehorte für Cruise Spielfilmprojekt „Valkyrie“.

Tom CruiseTom Cruise Produktionsfirma hat für den geplanten Dreh als erstes beim Bundesverteidigungsministerium (BMVG) anfragen lassen, ob man auch am Originalschauplatz Bendlerblock, einem Teil des ehemaligen Reichswehrministeriums in der Berliner Stauffenbergstraße filmen könne. Hier wurden in der Nacht zum 21. Juli 1944 die vier führende Köpfe der geheimen „Operation Walküre“ (so der Deckname für die Planung des Attentats), unter ihnen Claus Graf Schenk von Stauffenberg, standrechtlich erschossen. Die Dreh-Anfrage an den heutigen Hausherren Franz Josef Jung (CDU) erscheint völlig logisch, denn der historische Ort ist gut erhalten und würde sich hervorragend für Dreharbeiten eignen. Das sah Bundesverteidigungsminister Jung anders. Die Voranfrage wurde abgelehnt. Zur Begründung hieß es, der Ort würde an Würde verlieren. Das mag Tom Cruise bekannt vorgekommen sein. Mit einem ähnlichen Wortlaut war seine Anfrage wegen möglicher Dreharbeiten im Berliner Reichstagsgebäude für „Mission: Impossible III“ zurückgewiesen worden (siehe auch "Drehort Berlin", S. 52). Allerdings galt Wolfgang Thierses Absage 2004 für ALLE Filmproduktionen. Das BMVG aber war nicht so konsequent: Regisseur Jo Baier durfte 2003 "Stauffenberg" im Bendlerblock drehen.

Ein Hausherr bestimmt über sein Gebäude und die Bundesregierung sieht sich - zu recht - in einer besonderen Verantwortung für ihre teilweise historischen Liegenschaften. Sie ist immerhin (wie jede Behörde) verpflichtet, solche Anfragen zu prüfen und kann sie nur mit einer sachlichen Begründung ablehnen. Privatpersonen oder Vereine können einfach so „Nein!“ sagen. Für Filmemacher kann das sehr ärgerlich sein. So hatte z.B. Florian Henckel von Donnersmarck, der Regisseur des Oskar gekrönten Dramas „Das Leben der Anderen“, vom Betreiberverein des Stasigefängnis-Museums in Hohenschönhausen keine Drehgenehmigung bekommen. Für Donnersmarck war das eine schwere Schlappe, schließlich war des Gefängnis eines der Hauptmotive - und musste für den Film an ganz verschiedenen anderen, ähnlich aussehenden Orten gedreht werden (siehe "Drehort Berlin" S. 203).

Polizeidirektion 5 BerlinDas versucht Cruise für „Valkyrie“ nun auch und hat sich daher an die Berliner Polizei gewandt. Die ist Eigentümerin einer ehemaligen Kaserne im Neorenaissancestil in der Kreuzberger Friesenstraße. Das weitläufige umschlossene Gelände eignet sich offensichtlich für Dreharbeiten und mag als Bendlerblock-Ersatz durchgehen - auch wenn dessen historischer Hintergrund ein völlig anderer ist. Erfolg hatte Cruise mit seiner Anfrage auch hier nicht, die „Beeinträchtigungen für die auf dem Gelände tätigen Dienststellen“ seien zu gravierend, hieß es in der Absage der Polizei. Auch das ist eine sachliche Begründung. Doch um Sachlichkeit geht es beim Thema Cruise und Stauffenberg schon lange nicht mehr.

Cruise sorgt für Wirbel - nicht als Produzent oder Schauspieler, sondern als bekennendes Mitglied von Scientology. Die umstrittene Religiongemeinschaft wird in Deutschland von den Strafverfolgungsbehörden streng beäugt und ist für viele Politiker ein rotes Tuch. So kamen schnell Anwürfe ins Spiel, Cruise dürfe wegen seiner Funktion als Gallionsfigur von Scientology nichts mit Stauffenberg zu tun haben. Der Vorsitzende des Bundestag-Kulturausschusses, Hans-Joachim Otto (FDP), nannte die geplante Besetzung der Rolle Stauffenbergs mit Tom Cruise nur „unsensibel“. Die Sektenbeauftragte der CDU, Antje Blumenthal, geht viel weiter und führt ihre Kritik an Scientology gegen die Dreharbeiten im Bendlerblock ins Feld: „Ich freue mich, dass wir eine Drehgenehmigung für einen ranghohen Scientologen
in einem Bundesgebäude verhindern konnten. Das wäre einer bundespolitischen Anerkennung gleichgekommen." (Pressemitteilung PDF)

Florian Henckel von DonnersmarckBei aller berechtigten Skepsis gegenüber der Organisation Scientology - mit einer sachlichen Begründung für die Ablehnung hat das nicht mehr viel zu tun. Entsprechend reagierten auch andere Filmemacher, etwa Henckel von Donnersmarck. Er sprach von einem „Verbotszirkus“ und argumentierte in der FAZ, dass Cruise als Stauffenberg das Ansehen Deutschlands mehr befördere als es zehn Fußball-Weltmeisterschaften hätten tun können. Es gehört auch wirklich nicht viel dazu, Tom Cruise als Schauspieler und Produzenten gegen Anfeindungen zu verteidigen. Denn jenseits seiner Scientology-Mitgliedschaft hat der Hollywood-Schauspieler einen recht guten Leumund.

„Minority Report“ (nach einer Geschichte von Philip K. Dick), in dem Cruise 2002 die Hauptrolle spielte, wurde hoch gelobt und strotzt nur so vor Gesellschaftskritik derer sich auch die aktuelle Bundesregierung durchaus annehmen könnte. Auch mit anderen Rollen wie etwa in Stanley Kubricks' Traumnovellen-Adaption „Eyes wide shut“ oder in „Krieg der Welten“, der Neuverfilmung des H.G. Wells-Klassikers, verdiente sich Cruise den Respekt der Kritiker. Nie war ihm dabei Werbung für Scientology zu unterstellen - im Gegenteil. In „Magnolia“ mimt er selbst einen deutlich überzeichneten Sektenanführer und unterstützt damit offen Kritik an derartigen Organisationen.

Nichtsdestotrotz ist es legitim, sein Engagement bei Scientology zu kritisieren. Allerdings nicht mit dem Schluß, ihn mit einem Arbeitsverbot in Deutschland zu belegen. Eine offene, sachliche Auseinandersetzung mit der umstrittenen Religionsgemeinschaft steht dem Filmprojekt „Valkyrie“ nicht im Wege. Und das Filmprojekt ist sicherlich unterstützenswert. Nicht nur wegen der historischen Bedeutung Stauffenbergs und seiner Mitstreiter. Auch nicht, weil Berlin und Brandenburg an den Filmarbeiten ordentlich verdienen und das Ansehen Deutschlands durch eine positive Filmfigur gehoben wird. Sondern einfach, weil die Geschichte rund um das gescheiterte Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 - rein filmisch gesehen - einfach ein wirklich guter Stoff ist.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Berlin touristisch

Natürlich ist "Drehort Berlin" auch etwas für Einheimische oder für Filmfans, die die Hauptstadt gar nicht besuchen wollen. Am besten eignet sich das Buch aber immer noch als Reiseführer für alle, die den cineastischen Blick schätzen. So ist es zumindest gedacht. Und so wird es auch von der Berlin Tourismus GmbH (BTM) empfohlen - im periodisch erscheinenden "Die Reise nach Berlin" (PDF, S. 13).

Montag, 18. Juni 2007

Auf nach Potsdam!

"Lola, Lenin und Mein Führer: X Filme" heißt die Wechselausstellung im Filmmuseum Potsdam, die ganz hervorragend zur Lektüre von "Drehort Berlin" passt. Überschneidungen liegen vor allem bei den vier X-Filme-Produktionen, die im Buch behandelt werden (nämlich "Lola rennt", "Good Bye, Lenin!", "Alles auf Zucker!" und "Mein Führer"). Aber auch die Darstellung von Andreas Dresens "Sommer vorm Balkon" kann ich nur empfehlen - auch wenn der Film in meinem Buch kein eigenes Kapitel. (Er steht aber als echter Berliner "Kiez-Film" ganz oben auf der Liste für einen zweiten Teil!) Besonders reizvoll an der Ausstellung ist natürlich der Blick hinter die Kulissen und die Betrachtung von X Filme als Kreativ-Schmiede. Die Firma ist als unabhängiges Projekt an den Start gegangen und hat sich relativ schnell nicht nur den Ruf der "inoffiziellen Werbeabteilung Berlins" eingehandelt, sondern auch echte Kultfilme hervorgebracht (s.o.).

Ausstellungsplakat X-Filme

Donnerstag, 31. Mai 2007

Drehort Friedhof

Der Zufall hat mich auf einen neuen Drehort gestoßen, den ich sofort in meine Liste für eine mögliche Fortsetzung von "Drehort Berlin" aufgenommen habe. In der Kreuzberger Bergmannstraße wurden für den 15. Mai Dreharbeiten von X-Filme angekündigt. Also bin ich einfach mal hin und habe einen Blick darauf geworfen.


Das Bild zeigt Kameramann, Aufnahmeleitung und Regisseur beim Dreh einer Beerdigungsszene für den Film Märzmelodie. Drehort ist einer der fünf benachbarten Friedhöfe in der Bergmannstraße, die zwischen 1825 und 1852 in mehreren Abschnitten entstanden und heute eine Fläche von ca. 18 ha einnehmen. Ein Besuch lohnt sich, denn die Kirchhöfe sind reich ausgestattet mit imposanten Grabstätten und viel athmosfärischem Grün. Außerdem wurden hier Berühmtheiten wie der Architekt Martin Gropius und der Reichsaußenminister Gustav Stresemann beigesetzt.

Nachgehakt

Die Kritik zu "Drehort Berlin" vom 10.05.07 in der Berliner Zeitung (s.u.) hatte für mich ein paar Fragen aufgeworfen, vor allem was die Bedeutung folgende Textstelle angeht: "... die Passagen zur NS-Geschichte verraten eine beträchtliche Ratlosigkeit. In technischen Details ist er selten kapitelfest,...".

Also habe ich den Kritiker einfach direkt gefragt und folgende Antwort erhalten, die ich auszugsweise und unkommentiert widergebe:

"Zur Nazizeit: Stilistische Unsicherheiten sind ja oft ein Indiz für tiefergehende Probleme. Die Ratlosigkeit, von der ich schreibe, zeigt sich unter anderem in der Formulierung 'das nationalsozialistische Team'. Was meinen Sie damit - dass alle Mitglieder des Teams von 'Hitlerjunge Quex' Nazis waren? Immerhin war es ja eine 'normale' Filmproduktion, die allerdings den gewünschten Geist transportierte.
Zur Darstellung der Technik: Anlässlich eines frühen Tonfilms schreiben Sie, man habe fünf Stunden auf die Sonne warten müssen, 'weil die empfindliche Kamera ansonsten zu wenig Licht bekommen hätte'. Wenn sie (licht-) empfindlich wäre, bräuchte die Kamera - oder besser das Filmmaterial - gar nicht soviel Licht.
Ich weiß nicht mehr genau, was es war - aber irgendetwas in der Passage über die Oberbaumbrücken- Dreharbeiten stimmte auch nicht ganz.
Für eine spätere Fassung meines Textes wäre ich allerdings bereit, das "selten 'kapitelfest' in ein 'nicht immer' zu verbessern..."